Zeit sparen dank strategischem Content Recycling

Als Vollzeit-Selbstständige und Vollzeit-Studentin weiß ich Eines ganz genau: Instagram muss schnell gehen. Ich habe keine Zeit, Stunden über Stunden an einem einzigen Post zu verbringen, jeden Tag durch den Feed zu scrollen und die vielen Engagement-Hacks abzuarbeiten, die man sonst so von Instagram Berater:innen zu hören bekommt. Nein, dafür ist mir meine Zeit zu schade.


Aus diesem Grund bin ich eine große Verfechterin von Content Recycling. Ja, der Nachhaltigkeits-Gedanke ist mittlerweile auch in die Content Strategie Welt eingezogen.


Was ist Content Recycling?

Wie der Name schon sagt, ist das Konzept von Content Recycling, Inhalte nachhaltig wiederzuverwerten. Wie beim echten Recycling gibt es dafür verschiedene Ansätze. Zum Einen kann ein Inhalt 1:1 noch einmal verwendet werden, oder er wird nur leicht abgeändert. Eine weitere Möglichkeit ist es, verschiedene schon vorhandene Inhalte zu kombinieren und etwas Neues daraus zu erstellen (das wäre dann so etwas wie Content Upcycling).


Die Vorteile dieses Ansatzes liegen auf der Hand. So spart smartes Content Recycling nicht nur Zeit und Ressourcen, sondern ermöglicht es dir, abgelenkte Social Media Nutzer:innen besser für deine Inhalte zu begeistern.


Recycle deinen Content, um Nutzer:innen besser abzuholen

Eines der ersten Didaktik-Konzepte, die ich als Lehramtsstudentin gelernt habe, waren die 4 Lerntypen nach Frederic Vester. Dieses Modell besagt, dass jede/r von uns Wissen unterschiedlich aufnimmt. Während eine Person einen Artikel nur einmal lesen muss, um alle wichtigsten Informationen abzuspeichern, braucht die andere auditive oder motorische Stützen, um das Gelesene erst richtig verarbeiten zu können.


So lauten die vier Lerntypen nach Frederic Vester:

  1. Der visuelle Lerntyp: diese Person lernt am besten mit visueller Unterstützung in Form von Grafiken, Infografiken, Mindmaps oder farblicher Kennzeichnung (z.B. das Markieren und Unterstreichen von wichtigen Inhalten)

  2. Der auditive Lerntyp: diese Person lernt am besten durch Zuhören, liebt deshalb Podcasts oder Webinare ganz besonders

  3. Der kommunikative Lerntyp: diese Person muss sich mit anderen austauschen, um Inhalte wirklich zu festigen

  4. Der motorische Lerntyp: diese Person muss haptisch arbeiten können und erstellt sich z.B. gerne Lern- oder Memory-Karten

Wenn wir, ganz im Sinne des Content Recycling, einen Inhalt in verschiedenen Formaten aufbereiten, holen wir damit alle Lerntypen ab und können so eine Bandbreite an Nutzer:innen ansprechen. Das Tolle ist, Instagram bietet uns von Haus aus die Tools dafür.


3 effektive Content Recycling Strategien

Diese drei Strategien sollen dich dazu inspirieren, deine Instagram-Inhalte öfter wiederzuverwenden. Das spart nicht nur Zeit, sondern kann auch richtig Spaß machen. Aber probier es selbst!


1. Content für alle 4 Lerntypen

Um wirklich alle Social Media Nutzer:innen anzusprechen, lohnt es sich, ein und dasselbe Thema anhand verschiedener Instagram Formate aufzubereiten.


Anfang Juni 2022 hatte ich auf meinem Instagram Account @annaturnersocial eine Themenwoche über Content Recycling und habe vorgezeigt, wie man ein Thema clever recycelt und so alle vier Lerntypen erreicht. Zuerst habe ich in einem unterhaltsamen Reel in die Themenwoche eingeführt und in der Caption kurz beschrieben, was man unter dem Begriff Content Recycling verstehen kann. Das Ziel dieses Reels war es, die Themenwoche spielerisch und unterhaltsam zu beginnen und eine erstes Grundverständnis für den Begriff zu schaffen.


Am nächsten Tag habe ich einen Karussell-Post erstellt, der visuell anschaulich erklärt, wie man aus einem Thema mehrere Posts machen kann. Damit wollte ich natürlich alle visuellen Lerntypen ansprechen, die mir folgen. Diesen Post habe ich auch noch einmal als Erklär-Reel aufbereitet, dieses Mal für auditive Typen, die Inhalte besser aufnehmen, wenn sie diese hören.


Zum Schluss habe ich die verschiedenen Story-Sticker genutzt, um auch die weiteren beiden Lerntypen abzuholen. Mit dem Emoji-Slider Sticker konnten motorische Typen aktiv mit meiner Story interagieren, während kommunikative Typen die Möglichkeit bekommen haben, mir direkte Fragen zum Thema zu stellen. Du siehst, es ist möglich das alles aus nur einem Thema herauszuholen.



2. Content Serien erstellen

Eines meiner Lieblingsthemen in meinen Strategie Calls, war es Content Serien oder, so wie ich sie nenne, Content Kategorien für einen Instagram Account zu erarbeiten. Die Idee dahinter ist ein gut funktionierendes Format in regelmäßigen Abständen am eigenen Account zu teilen, natürlich immer leicht thematisch angepasst.


Ein Paradebeispiel dafür ist die Kategorie "Altes Ich" vs. "Neues Ich" am Instagram Account von TooGoodToGo. Hier wird eine Infografik im Stil einer Gegenüberstellung eingesetzt, um das Thema Lebensmittelverschwendung praktisch und ansprechend aufzubereiten. Dabei wendet der Account immer dasselbe Schema an. Links befindet sich das alte ich, das nicht weiß, wie man ein Lebensmittel kreativ einsetzen könnte und sie deshalb einfach wegschmeißt. Rechts der Linie wird unter dem Titel "Neues Ich" gezeigt, was man mit diesem Lebensmittel machen könnte, um unnötigen Müll zu vermeiden.



Wenn eine bestimmte Art von Post auf deinem Account gut ankommt, verwandle sie doch in eine Content Serie. Genau das hat meine Kundin Rita Hofmeister gemacht und auf ihrem Instagram Account eine Content Kategorie zum Thema Stoma Fashion entwickelt. Zwischen Oktober 2021 und Juni 2022 teilte sie fast jeden Freitag ein Outfit-Reel, um zu zeigen, dass man sich auch mit künstlichem Darmausgang schön anziehen kann.



Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Beinahe jedes Stoma Fashion-Reel hat die 10Tsd. View-Marke geknackt und ihr beliebtestes Reel aus dieser Kategorie bekam 350Tsd. Views. Das war bei einer Account-Größe von unter 2000 Follower:innen schon beachtlich.


Das Tollste daran war aber, dass sich Rita nie mehr Gedanken machen musste, was sie denn freitags auf ihrem Account posten sollte. Die Kategorie wurde einmal festgelegt und dann nur noch mit verschiedenen Outfits ausgeführt. Natürlich war auch das Filmen und Schneiden der Reels noch Arbeit, jedoch konnte sie die Ideenfindungsphase für jeden dieser Posts einfach überspringen.


3. One and done? Nicht auf Instagram

Wenn du es dir noch einfacher machen möchtest, verrate ich dir ein Geheimnis: du darfst auch ein und denselben Post mehrmals auf Instagram teilen. Crazy, oder?


Viele Nutzer:innen glauben, dass sie ein Reel, Foto oder eine Grafik nur ein Mal teilen dürfen und vergessen dabei, wie gering die Aufmerksamkeitsspanne von Social Media Usern wirklich ist. Noch dazu kommt, dass sich dein Account ja im ständigen Wandel befindet, du neue Follower:innen dazugewinnst und alte verlierst. Was du zu Jahresbeginn gepostet hast, weiß im September schon niemand mehr.


In deinen Instagram Insights bekommst du Einblick darüber, welche deiner Beiträge und Reels am besten in deiner Community angekommen sind. Diese findest du, indem du aufs Burger-Menü oben rechts in deinem Instagram Profil klickst, dann auf Insights und Alle ansehen. Jetzt siehst du als Standardeinstellung eine Liste deiner Beiträge aus den letzten 7 Tagen. Ganz oben siehst du 3 graue Buttons, mit denen du deine Beiträge anhand von drei Kategorien filtern kannst.


  1. Content-Format: Hier wählst du aus, ob du alle Beiträge auf einmal, oder ein bestimmtes Format sehen möchtest (z.B. Reels, Stories oder einfache Feed-Beiträge). Achtung! Nicht jedem Format stehen dieselben Insights zur Verfügung, deshalb empfehle ich dir alle drei separat voneinander zu betrachten und auszuwerten.

  2. Zeitraum: Hier wählst du aus, welchem Zeitraum du betrachten möchtest. Die Voreinstellung ist 7 Tage, du kannst aber Posts, die bis zu 2 Jahre zurückliegen miteinbeziehen.

  3. Sortieren und Filtern: Hier wählst du aus, in welcher Reihenfolge dir Posts angezeigt werden (z.B. Neueste, Höchste oder Niedrigste zuerst). Außerdem kannst du filtern, nach welcher Kennzahl Posts gereiht werden (z.B. Reichweite, Beitragsinteraktionen, Likes, usw.). So kannst du zum Beispiel sehen, welche deiner Beiträge am meisten Engagement bekommen haben und diese noch einmal recyceln.


Wenn du noch weitere Content Recycling Tricks lernen möchtest, trag dich gerne noch bis 25.11. in die Warteliste für meinen neuen Onlinekurs ein. Im Creative Content Lab bekommst du eine komplette Video-Einheit zu diesem Thema und lernst, wie du deine Instagram Inhalte plattformübergreifend recyceln kannst. Wir sehen uns im Lab!


Alles Liebe,



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