7 Jahre auf Instagram - von der Reisebloggerin zur Content Strategin

Mein allererster Instagram-Post war wahrscheinlich die Aussicht von meinem Balkon im Haus meiner Mama. Das ist nur eine Vermutung, meinen ersten IG-Account habe ich nämlich schon 2015 gelöscht. Damals noch als reine Privatperson unterwegs, hat sich Instagram im Laufe der folgenden sieben Jahre zu meiner Haupteinnahmequelle entwickelt.

Ein Screenshot von einem Instagram Post, der einen Blick auf die Berge zeigt. Diese Aussicht habe ich früher oft gepostet.

In meinem ersten Blog Artikel möchte ich meine letzten 7 Jahre auf Instagram revue passieren lassen, the good, the bad, and the ugly. Los geht's!


August 2015 - Eine Reise, die es in sich hat


Ich hatte nie vor, Reisebloggerin zu werden. Eigentlich wollte ich nur die Erlebnisse eines besonders bewegenden Urlaubes dokumentieren. Im August 2015 verbrachte ich zwei Wochen in Uganda, um meinen Onkel zu besuchen, der dort in der Entwicklungshilfe tätig war. Es war meine erste Reise in ein afrikanisches Land und ich war unglaublich beseelt von der Kultur, der Landschaft und den Eindrücken, die ich dort gewonnen hatte.

3 Polaroid Bilder meiner Uganda-Reise. Ein Foto einer Giraffe, ein Bild eines Sonnenuntergang und ein Polaroid von zwei Arbeiter:innen, die schwere Kartoffelsäcke einen Berg hinuntertragen.

Also beschloss ich, meine Bilder und Gedanken auf Instagram festzuhalten. Unter dem Pseudonym @ardentwanderess (Deutsch: begeisterte Reisende), begann ich, Fotos meiner Reisen und kurze Essays zu teilen. Wurden meine Posts zuerst hauptsächlich von Freund:innen und Bekannten gelesen, entwickelten sie bald ein Eigenleben und erreichten bald auch Leute außerhalb meiner Offline Peer-Gruppe.


Exkurs: Instagram 2015

Die App von damals kann man kaum mit dem Instagram von heute vergleichen. 2010 als reine Foto-sharing Plattform gegründet, gab es auf Instagram auch fünf Jahre später nur ein Format: einfache Feed-Fotos, meist mit irgendwelchen Filtern unterlegt (Valencia FTW!).


Wie stark sich die App weiterentwickelt hat, erkennt man anhand dieser beiden Screenshots. Heute gibt es auf Instagram zahlreiche Funktionen und Formate, von Reels über Guides und AI-Filter. Kein Wunder also, dass sich auch die Anforderungen an Unternehmer:innen und Content Creator verändert haben.

Zwei Screenshots eines Instagram Profils von 2015 und eines Instagram Profils heute im Vergleich.

Aber zurück zu meiner Geschichte. Mein kleiner Reise-Account begann also nach und nach mehr Leser:innen anzuziehen. Ich war damals Lehramtsstudentin und hatte noch nie etwas davon gehört, dass man mit Instagram auch Geld verdienen kann.


März 2016 - Wonderlust, Wonder-Frust?


Als meine Posts immer beliebter wurden, begann ich auch Feedback von anderen Instagramer: innen zu bekommen: "Komm in unseren Engagement-Pod (Erklärung: eine geschlossene Gruppe, in der Posts geteilt und von den anderen Mitgliedern geliked und kommentiert werden), wir supporten uns alle gegenseitig." oder "Wenn du richtig schnell wachsen willst, musst du einen Bot verwenden." (Erklärung: ein Programm, das automatisch Accounts folgt und entfolgt um das Profilwachstum anzukurbeln).


Im Frühjahr 2016 lernte ich dann eine Gruppe an Reiseblogger:innen kennen, die mir zeigten, was denn alles möglich wäre, wenn ich Instagram nur ernster nehmen würde. Gesponserte Hotel-Aufenthalte, gratis Produkte und viele tausende Follower:innen - wer träumt nicht davon? Also lies ich mich auf das Abenteuer ein und folgte den Anweisungen meiner neuen, schon viel erfolgreicheren Instagram-Freund:innen.


Und siehe da, es funktionierte.


Im Laufe der nächsten Monate wuchs mein Account von ca. 5000 auf über 27k Follower:innen und ich bekam Kollaborations-Anfragen von Hotels, Hautpflegeherstellern und sogar einem Hersteller für kompostierbare Handyhüllen, welche ich mir bis heute kaufe. (Werbung/Empfehlung)

Eine Auswahl meiner Kollaborations-Partner:innen. Logos von SeeMe.Org, Pela Case, JORD, Mother Dirt, Robinson Clubs, Brody House und Mosaic House

Aber so wie überall anders im Leben, ist nicht immer alles gold, das glänzt. Ich habe mich zu dieser Zeit sehr von anderen beeinflussen lassen und auch selbst einige der oben genannten unethischen Praxen angewendet. Dass das alles nicht meinen Werten entspricht, merkte ich sehr schnell. Gerade bei einem weiteren Projekt, das ich mit einem anderen Reiseblogger gemeinsam gestartet hatte, fühlte ich mich richtig unwohl.


Unsere Idee war es, unter dem Deckmantel Wonderlust World exklusive Städteguides auf Instagram zu launchen, auf denen wir Insider-Tipps, Kunst und Kultur aus den beliebtesten Reisezielen um die Welt teilten. Ich persönlich war dafür verantwortlich, Creators aus den verschiedenen Städten zu rekrutieren und die Accounts aufzubauen. Und das tat ich mit großem Erfolg. Alleine mein Wien-Account (@wonderlust.vienna) erreichte innerhalb weniger Monate über 100k Follower:innen. Aber hinter den Kulissen brodelte mein Gemüt. Denn was für die Co-founder zählte, waren immer nur steigende Follower-Zahlen, nicht die Qualität unserer Inhalte oder der Aufbau einer echten Community.


Das war nicht ich. Und deshalb beschloss ich im Herbst 2017 meinen eigenen Blog zu löschen und mich aus dem Wonderlust Projekt zurückzuziehen.


Warum ich meinen Reiseblog gelöscht habe, erfährst du in diesem Podcast-Interview:



August 2017 - Lehrerin oder doch Social Media Managerin?


Nachdem ich meinen Reiseblog gelöscht hatte und kurz vor dem Abschluss meines Lehramtsstudiums stand, musste ich mich entscheiden, arbeite ich als Lehrerin oder versuch ich's weiter mit Instagram? Die Plattform an sich hatte mir riesigen Spaß gemacht und ich hatte offensichtlich ein Gespür dafür, was Instagram-Nutzer:innen interessiert.


Also machte ich mich kurzerhand selbstständig und kontaktierte ganz dreist meine Kollaborations-Partner:innen von früher, um ihnen meine Hilfe als Bloggerin oder Social Media Managerin anzubieten. Und siehe da, zwei Fische bissen an. Meine ersten Kund:innen waren eine Reiseapp, die es heute gar nicht mehr gibt und eine Marke für nachhaltige Textilprodukte. Am meisten freute ich mich aber über den Auftrag eines englischsprachigen Online-Magazins, das sich auf Business-Tipps für Etsy Seller spezialisierte. 3 1/2 Jahre lang war ich die Instagram Kolumnistin fürs Handmade Seller Magazin.

Drei Bilder von Artikeln, die ich für das Handmade Seller Magazin geschrieben habe.

Im Laufe der Jahre durfte ich zahlreiche Kund:innen als Social Media Managerin begleiten. Ich unterstützte das Marketing-Team von AnteAGE (@anteageskin) mit kreativen Content-Ideen und Instagram Captions, postete freiwillig für das Non-Profit Read Better Be Better (@readbetteraz) als ich auf meine amerikanische Arbeitsgenehmigung warten musste und erarbeitete Social Media und Content Marketing Strategien für A New Dawn Wellness Center (@anewdawnwellness), The Melanoma & Skin Cancer Institute (@theskincancerinstitute) und RE:TREAT (@retreatvienna).


April 2021 - Alles neu macht der ... April?


Seit April 2021 bin ich auch selber wieder auf Instagram aktiv. Auf @annaturnersocial teile ich Content- und Instagram-Marketing Tipps für Selbstständige und kleine Unternehmen. Anna Turner Social ist aus dem Bedürfnis heraus entstanden, mein Wissen aus den letzten Jahren auch an solche Unternehmer:innen weiterzugeben, die es sich nicht leisten können, eine Social Media Managerin ein-zustellen oder mit teuren Agenturen zusammenzuarbeiten.

Ein Screenshot meines Instagram Accounts @annaturnersocial. Auf meinem Account bekommst du zahlreiche Instagram-Tipps.

Obwohl sich meine Arbeit im Laufe der letzten Jahre immer wieder verändert hat, gibt es eine Konstante - Instagram. Es fühlt sich fast so an, als hätte ich mich mit der App weiterentwickelt. Mit jedem neuen Feature und jeder neuen Funktion durfte auch ich mich weiterbilden und weiterentwickeln.


Seit September bin ich ja wieder Studentin im Masterstudium für Content Strategie an der FH Joanneum. Im Rahmen dieses Studiums ist auch dieser Blog entstanden, den ich in den nächsten Wochen mit vielen spannenden Posts zu Instagram Marketing und Content Strategie befüllen werde. Vielleicht gibt es das eine oder andere Mal auch wieder eine persönliche Geschichte.


Bis bald,




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